
Nach dem Gesetz über die Verwaltung des katholischen Kirchenvermögens (Vermögensverwaltungsgesetz) vom 24. Juli 1924 können Kirchengemeinden zu einem Verband, der ganz oder teilweise die Erfüllung gemeinsamer örtlicher Aufgaben übernimmt, zusammengeschlossen werden
Der Gemeindeverband Katholischer Kirchengemeinden Hellweg nahm zum 1. Januar 1978 seine Arbeit mit Sitz in Soest auf und ist damit der jüngste der in der Erzdiözese Paderborn vertretenen sieben Gemeindeverbände.
Mit Dekret des Erzbischofs vom 16. November 1978 erfolgte schließlich die offizielle Gründung des Gemeindeverbandes Hellweg, nachdem zuvor in der konstituierenden Sitzung der Verbandsvertretung am 24. August 1978 der Beschluss zur Aufnahme von zunächst 72 katholischen Kirchengemeinden aus den Dekanaten Hamm, Lippstadt, Rüthen, Soest und Werl erfolgt war.
In dieser 1. Sitzung der Verbandsvertretung, die im Pfarrsaal der kath. Kirchengemeinde St. Albertus-Magnus in Soest stattfand, galt es daneben, einen Vorsitzenden des Verbandes zu bestellen. Nach § 25 des Vermögensverwaltungsgesetzes steht dem dienstältesten Dechanten aus dem Verbandsgebiet der Vorsitz zu.

Dechant Bunsmann (Dekanat Lippstadt) als dienstältester Dechant erklärte, dass er aufgrund der Größe des von ihm betreuten Dekanates und der ihm ansonsten obliegenden Ämter und Aufgaben auf den Vorsitz des Verbandes verzichte und schlug vor, den ortsansässigen Dechant, Pfarrer Gerhard Breker, mit dem Vorsitz zu beauftragen. Mit der Annahme des Amtes und dem Versprechen, sich jederzeit für die Belange der dem Verband angehörigen Kirchengemeinden einzusetzen, wurde Dechant Gerhard Breker somit der erste und bis heute ohne Unterbrechung amtierende Vorsitzende des Gemeindeverbandes Hellweg.
Wie eingangs erwähnt, hatte die Geschäftsstelle des Verbandes die Tätigkeit bereits zum 1. Januar 1978 aufgenommen und leistete Verwaltungshilfe für zunächst sechs Kirchengemeinden und 33 katholische Kindergärten.
Zum Geschäftsführer des Verbandes war Herr Heinrich Simon aus Lippstadt gewählt worden, nachdem er zuvor bereits mit Wirkung vom 1. September 1977 im Auftrag des Erzbischöflichen Generalvikariates Paderborn mit den vorbereitenden Arbeiten beauftragt war.
Die Verbandsgeschäftsstelle befand sich in Büroräumen am „Nöttentor“ in Soest. Neben Herrn Simon gehörten Herr Bernd Dante, Frau Ulrike Kaupmann, Frau Gabriele Muckhoff und Herr Helfried Pott zum Kreis der hauptamtlichen Mitarbeiter.
In das Gründungsjahr des Gemeindeverbandes Hellweg fällt auch die Entscheidung über die Einrichtung einer Telefonseelsorge. Die Telefonseelsorge, mit Sitz in Hamm, ist eine von der katholischen und evangelischen Kirche gemeinsam getragene und finanzierte Einrichtung.
Bereits im Jahr 1984 hatten inzwischen 54 Kirchengemeinden die Abwicklung ihrer Verwaltungsaufgaben an den Gemeindeverband übertragen. Daneben erfolgte die Betreuung von 55 Kindertageseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft sowie die laufende Verwaltung für die Dekanate, Ausländerzentren, etc.

Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter in der Verbandsgeschäftsstelle war zu diesem Zeitpunkt auf 13 Damen und Herren angewachsen.
Diese Entwicklung erforderte insofern, über die dauerhafte Unterbringung der Verbandsgeschäftsstelle zu entscheiden, da die Büroräume am Nöttentor nicht mehr ausreichten. Vor diesem Hintergrund wurden Ende 1984 erste Gespräche über eine mögliche Verwendung des früheren und zu dieser Zeit bereits leerstehenden St. Hedwig-Altenheimes geführt.
Nachdem auch die übrigen kirchlichen und caritativen Einrichtungen im Raum Soest sich für die Unterbringung in einem zentral gelegenen „katholischen Zentrum“ ausgesprochen hatten, fiel die Entscheidung zur Unterbringung im ehemaligen Altenheim. Dazu war zunächst erforderlich, das im Eigentum der Katholischen Kirchengemeinde St. Patrokli stehende Grundstück im Wege eines Erbbaurechtes zu erwerben.
Mit der weiteren Planung zur Umgestaltung des Gebäudes wurde das Architekturbüro Höfer und Dieckmann aus Soest beauftragt, wobei zunächst von Gesamtkosten in Höhe von 2,5 Mio. DM ausgegangen wurde.
Schließlich konnte im Juli 1986 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der zügige Baufortschritt machte es möglich, dass bereits im Dezember des Jahres das Obergeschoss von der Erziehungsberatungsstelle des Caritas-Verbandes bezogen werden konnte. Im Frühjahr 1987 bezog auch die Verbandsgeschäftsstelle die neuen Büroräume. Am 29. Mai 1987 erfolgte im Beisein zahlreicher Ehrengäste die feierliche Einweihung und Segnung des St. Hedwig-Hauses durch Domkapitular Prälat Manfred Grothe.
Der Verbandsvorsitzende Dechant Gerhard Breker hob in seinen Begrüßungsworten besonders hervor, dass die gelungene Zusammenfassung kirchlicher und caritativer Einrichtungen erhebliche Vorteile für Bevölkerung und Ratsuchende bringt. Auch Domkapitular Manfred Grothe stellte den Dienst am Menschen in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Nicht der Geist von Paragraphen und Richtlinien dürfe sich im St. Hedwig-Haus ausbreiten, statt dessen möge das Bemühen um den Menschen sichtbar werden. Erfreulich war, dass die Kosten zur baulichen Umgestaltung des St. Hedwig Hauses letztlich um 700 000 DM geringer ausfielen als ursprünglich veranschlagt.
Im Jahre 1994 erfolgte die Aufnahme der beiden letzten Kirchengemeinden des Verbandsgebietes, so dass nunmehr insgesamt 87 Kirchengemeinden, nebst Kindergärten und Sondereinrichtungen durch den Gemeindeverband Hellweg betreut werden.

Im Jahr 2001 konnte der Gemeindeverband einen Teil des unmittelbar neben dem St. Hedwig-Haus gelegenen Fachwerkgebäudes käuflich erwerben. Hier ist seitdem die Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen untergebracht; daneben konnte für Verbandszwecke ein Konferenzraum eingerichtet werden.
Am 30. April 2001 trat Herr Heinrich Simon, der bis dahin als Geschäftsführer die Verwaltung des Gemeindeverbandes verantwortlich gelenkt und an entscheidender Stelle den Aufbau des Verbandes begleitet hatte, den Weg in den Ruhestand an. Zu seinem Nachfolger wählte die Verbandsvertretung Herrn Heinz-Ulrich Rüther aus Lippstadt.
Zur Zeit sind 20 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verbandsgeschäftsstelle tätig.
Lag das durch den Verband betreute Etatvolumen im Gründungsjahr 1978 noch bei etwa 8 Mio. DM, werden heute Finanzmittel für die Kirchengemeinden in Höhe von rd. 40 Mio. Euro (78 Mio. DM) verwaltet. Allein in der Personalabteilung werden rd. 1 500 Personalfälle laufend betreut und abgerechnet. Die durchschnittlichen monatlichen Brutto-Personalkosten liegen bei etwa 2,0 Mio. Euro.